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Hintergrund der Ausstellung

Vrindavan ist ein Fegefeuer auf Erden, eine Reise ins Vergessen ohne Wiederkehr: Vrindavan ist bekannt als die „Stadt der Witwen“. Nach den heiligen Schriften in Indien hat eine Frau ohne Mann keinen Wert. Stirbt ihr Mann, ist auch ihr eigenes Leben sozial, ökonomisch und emotional beendet.

Ohne Rechte und ohne Besitz lebt die Witwe in Armut und Isolation und widmet ihr Leben dem Andenken an ihren toten Ehemann. Für diejenigen, die an heiligen Orten wie Vrindavan Zuflucht suchen, beginnt das lange Warten auf den Tod. Denn stirbt man in einer heiligen Stadt wie Vrindavan, und wird die Asche des Leichnams in einem heiligen Fluss verteilt, ist die Wahrscheinlichkeit größer, Moksh zu erreichen, die endgültige Befreiung aus dem endlosen Kreis der Wiedergeburt und die Wiedervereinigung mit dem Schöpfer.

Die Atmosphäre in Vrindavan ist geprägt von tiefem Glauben und fester Verbundenheit mit der Tradition. Die meisten Witwen gehen jeden Morgen aus eigenem Willen zum Shri Bhagwan Bhajan Ashram, einem indischen Kloster, wo sie den Tag mit Singen und Beten verbringen, um ihre Seele und die ihres verstorbenen Mannes zu reinigen und zu erlösen. Dort sitzen sie im Halbdunkel im Schneidersitz auf dem Boden, spielen die traditionellen Fingerbecken (finger cymbals), singen immer wieder das gleiche Mantra und warten auf die Ewigkeit.